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Segelführer für Korfu: Ankerplätze, Highlights & Inselhüpfen

Wooden two-masted sailing yacht with a Turkish flag gliding on calm sea near a rocky shore.
A sunny seaside town with a sandy beach, turquoise water, boats, and hillside buildings behind it.

Korfu ist die beliebteste der griechischen Ionischen Inseln und der wichtigste Ausgangspunkt für Segelurlaube zur Erkundung der nördlichen Ionischen Inseln. Die Insel vereint eine zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Altstadt mit einigen der geschütztesten Ankerplätze des Ionischen Meeres, klarem, türkisfarbenem Wasser und üppig grünen Landschaften, die sie von der typischen, eher trockenen und felsigen Optik griechischer Inseln abheben.

Warum Korfu?

 

Korfu ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Reiseziel, und es ist leicht zu erkennen, warum. Die Insel liegt am Schnittpunkt italienischer, venezianischer, französischer und britischer Einflüsse, was ihr einen Charakter verleiht, der sich von dem jeder anderen griechischen Insel unterscheidet. Elegante Architektur, von Bäumen gesäumte Boulevards und eine entspannte mediterrane Lebensart vermitteln eher das Gefühl, man befände sich an der Adria, als auf einer typischen griechischen Insel.

Für Segler ist Korfu aus einem ganz einfachen Grund der ideale Ausgangspunkt: die geografische Lage. Die Insel liegt im Norden des Ionischen Meeres, nahe dem griechischen Festland und in bequemer Reichweite von Paxos, Antipaxos sowie der Festlandküste bei Sivota und Parga. Dies hat dazu geführt, dass Charterflotten hier fest etabliert sind und die Marina-Infrastruktur zuverlässig ist; zudem fächern sich die Segelrouten in fast alle Richtungen auf, ohne dass lange Nachtfahrten erforderlich wären.

Was Korfu von den Kykladen oder dem Dodekanes unterscheidet, ist seine Landschaft. Statt weiß getünchter Dörfer an kahlen, sonnenverbrannten Hängen präsentiert sich Korfu das ganze Jahr über grün. Olivenhaine, Zypressen und dichte Wälder reichen bis direkt an die Küste, und das Wasser an der Ostküste ist für seine Ruhe bekannt, da es durch das direkt gegenüberliegende Festland geschützt wird. Es ist ein sanfteres, weniger anspruchsvolles Revier – ein Grund dafür, warum es sowohl erfahrene Skipper als auch Charter-Neulinge anzieht. Erfahren Sie mehr über Korfu im offiziellen Reiseführer für Griechenland.

Altstadt von Korfu

 

Korfu-Stadt, die Hauptstadt der Insel, gehört zum UNESCO-Welterbe; ein Spaziergang durch die Stadt vermittelt das Gefühl, sich in einem völlig anderen Land zu befinden. Die Stadt wurde über vier Jahrhunderte hinweg von der venezianischen Herrschaft geprägt, auf die Phasen französischer und britischer Verwaltung folgten – Epochen, die jeweils ihre Spuren in der Architektur, der Straßenführung und den lokalen Bräuchen hinterlassen haben.

Die venezianische Altstadt ist ein Labyrinth aus engen Gassen – vor Ort „Kantounia“ genannt –, die von hohen Gebäuden mit Fensterläden und versteckten Innenhöfen gesäumt sind, während zwischen den Balkonen Wäsche zum Trocknen hängt. Es ist ein herrlicher Ort, um ohne festen Plan umherzustreifen, denn fast jede Ecke offenbart eine stille Kirche, einen kleinen Platz oder einen Blick hinunter aufs Meer.

Die Ostseite der Stadt wird von der Alten Festung dominiert – einer von den Venezianern errichteten Anlage auf einem Felsvorsprung, die die Stadt seit Jahrhunderten bewacht. Der Aufstieg zur Spitze belohnt mit einem weiten Blick über die Stadt, den Yachthafen und die Meerenge bis hin zur albanischen Küste. Die nahegelegene Spianada, einer der größten Plätze auf dem Balkan, wird von der Arkadenzeile des „Liston“ gesäumt; dieser Bau im Stil Pariser Arkadengänge beherbergt zahlreiche Cafés.

Apropos Cafés: Korfu-Stadt pflegt eine echte Kaffeekultur. Unter den Arkaden des Liston bei einem Kaffee zu sitzen und Cricket auf der Spianada zu beobachten – eine Tradition aus der Zeit der britischen Herrschaft –, gehört zu den kleinen Freuden der Stadt. Was das Einkaufen betrifft, so bieten die Straßen rund um die Nikiforou Theotoki und die Marktgassen eine riesige Auswahl: von lokalem Olivenöl, Kumquat-Likör und handgefertigten Sandalen bis hin zu Schmuck, Keramik und Mode aus kleinen Boutiquen. Die Stadt lädt dazu ein, hier ganz entspannt einen Nachmittag zu verbringen – sei es vor oder nach einem Ausflug aufs Wasser.

Die besten Ankerplätze & Badeplätze


Insel Vidos

Nur einen Katzensprung vom Hafen der Stadt Korfu entfernt liegt Vidos – eine kleine, bewaldete Insel, die sich hervorragend als erster Ankerplatz oder als ruhiger Ort zur Abkühlung eignet, bevor man zu weiteren Zielen aufbricht. Sie ist geschützt gelegen, bietet sich für einen kurzen Zwischenstopp über Nacht an und lockt mit ruhigem, klarem Wasser zum Schwimmen, während im Hintergrund die Silhouette der Stadt Korfu zu sehen ist.

Paleokastritsa

Paleokastritsa an der Westküste der Insel gilt oft als eine der schönsten Buchten Griechenlands. Hier schneiden sich mehrere kleine Buchten in eine imposante Steilküste; es gibt Meereshöhlen, die sich per Beiboot oder Kajak erkunden lassen, und das Wasser ist so klar, dass es fast künstlich wirkt. Da die Bucht stärker dem Meltemi und der Dünung aus Westen ausgesetzt ist als die geschützte Ostküste, sollte man sie am besten bei ruhigem Wetter ansteuern – doch die malerische Kulisse macht den Abstecher absolut lohnenswert.

Nissaki

An der Nordostküste gelegen, bietet Nissaki einen ruhigen Ankerplatz, der von steilen, grünen Hängen und Oliventerrassen eingerahmt wird. Der Ort ist geschützter als die Ankerplätze an der Westküste und beliebt für sein klares Wasser sowie die entspannte Tavernen-Atmosphäre direkt am Kiesstrand. Es ist ein idealer Ort, um zu schwimmen und es etwas ruhiger angehen zu lassen – besonders in der Vor- oder Nachsaison, wenn es am Ankerplatz beschaulicher zugeht.

Jeder dieser Orte hat seinen ganz eigenen Reiz: Vidos punktet mit guter Erreichbarkeit und ruhigem Wasser in Stadtnähe, Paleokastritsa bietet eine spektakuläre Kulisse und Abenteuer, und Nissaki ist ein entspannter, geschützter Anlaufpunkt an der grüneren Nordostküste.

Segeln ab Korfu


Einer der größten Vorteile, Korfu als Ausgangspunkt für einen Chartertörn zu wählen, ist die Vielfalt der Ziele, die nach einer kurzen Fahrt unter Segeln erreichbar sind. Auf dem Weg nach Süden entlang der Küste gelangen Segler zu dem auf dem griechischen Festland gelegenen Ort Sivota; dieser liegt in einer gut geschützten Bucht und ist für seine lebhaften Restaurants am Hafen sowie seine ruhigen Ankerplätze bekannt.

Weiter südlich liegen Paxos und Antipaxos, zwei der meistfotografierten Inseln im Ionischen Meer. Paxos ist von Korfu aus in etwa zweieinhalb Stunden mit dem Boot zu erreichen und eignet sich somit hervorragend für einen entspannten Tagesausflug unter Segeln oder als ersten Etappenhalt für eine Übernachtung auf einer längeren Reise. Die wichtigsten Hafenorte der Insel – Gaios, Lakka und Longos – bestechen durch ihren besonderen Charakter mit pastellfarbenen Häusern, Tavernen direkt am Wasser und geschützten Ankerplätzen.

Unmittelbar südlich von Paxos liegt das winzige Antipaxos, berühmt für seine beiden Strände Voutoumi und Vrika mit türkisfarbenem Wasser, das es mit jedem Ort in der Karibik aufnehmen kann. Es gibt dort keinen eigentlichen Ort im herkömmlichen Sinne, sondern nur einige wenige, saisonal geöffnete Tavernen; das verleiht der Insel im Vergleich zu den belebteren Nachbarinseln eine wunderbar unberührte Atmosphäre.

Korfu, Sivota, Paxos und Antipaxos bilden gemeinsam eine klassische Segelroute im nördlichen Ionischen Meer: kurze Etappen, geschützte Gewässer sowie eine Mischung aus lebhaften Hafenorten und ruhigen, wunderschönen Ankerplätzen.


Alter Hafen von Korfu


Der Alte Hafen von Korfu liegt direkt am Rande der Stadt Korfu und ist der zentrale Ausgangspunkt für Charteryachten, Fähren und Kreuzfahrtschiffe. Für Segler, die hier ihren Chartertörn beginnen, gestaltet sich der Check-in meist unkompliziert: Die meisten Charterunternehmen unterhalten ihre Stützpunkte entweder direkt am Alten Hafen oder nur eine kurze Fahrt davon entfernt, und vor der Bootsübergabe finden üblicherweise Einweisungen statt, die das Boot, die Sicherheitsausrüstung sowie die örtlichen Segelbedingungen behandeln.

Parkmöglichkeiten in der Nähe des Alten Hafens sind vorhanden, können jedoch in der Hochsaison schnell belegt sein; daher empfiehlt es sich, etwas mehr Zeit für die Anreise einzuplanen – besonders wenn Sie mit einem voll beladenen Auto (etwa mit Proviant oder Gepäck) anreisen. Für Flugreisende dauert die Taxifahrt vom internationalen Flughafen Korfu zum Alten Hafen nur etwa 10 bis 15 Minuten. Dies macht den Ort zu einem der bequemsten Startpunkte für Charterreisen in Griechenland, da nach der Landung kein langer Transfer erforderlich ist.

Der Alte Hafen ist zudem ein wichtiger Ausgangspunkt für Kreuzfahrtschiffe und Fähren zu den Nachbarinseln; rechnen Sie daher rund um den Hafen mit entsprechendem Verkehrsaufkommen und regem Treiben, insbesondere am Vormittag und am frühen Abend. Da es sich sowohl um einen aktiven Arbeitshafen als auch um eine Charterbasis handelt, ist die Atmosphäre zwar besonders lebendig, doch beim Ein- und Auslaufen ist Vorsicht geboten und man sollte stets auf die Bewegungen größerer Schiffe achten.


Die besten Restaurants & Bars

In Korfu-Stadt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, vor oder nach einem Tag auf dem Wasser gut zu essen und zu trinken. Für ein klassisches Tavernen-Erlebnis empfiehlt sich die Altstadt: Hier werden traditionelle korfiotische Gerichte wie Sofrito, Pastitsada und Bourdeto serviert – Spezialitäten, die die venezianisch geprägte Küche der Insel widerspiegeln.

Rund um die Liston-Promenade laden Cafés dazu ein, bei einem Kaffee oder einem Drink am Abend das Treiben auf der Spianada zu beobachten. Wer es lieber direkt am Wasser mag, findet in den Gassen nahe dem Alten Hafen und der Alten Festung diverse Fischtavernen, die fangfrischen Fisch mit Blick auf den Hafen anbieten. Am Abend erwachen die schmalen Gassen der Altstadt mit kleinen Weinbars und Cocktail-Lokalen zum Leben, die in umgebauten historischen Gebäuden untergebracht sind und eine entspanntere Alternative zu den belebten Touristenmeilen an anderen Orten der Insel bieten.

Wetter & beste Reisezeit

Korfu zeichnet sich durch ein mediterranes Klima mit milden Wintern und warmen, trockenen Sommern aus, doch die Segelbedingungen variieren je nach Jahreszeit deutlich.


Frühling (April–Mai)

Sie bringt milde Temperaturen, eine üppig grüne Landschaft sowie meist leichte und gut beherrschbare Winde mit sich – eine angenehme Zeit zum Segeln, bevor die sommerlichen Touristenströme eintreffen.


Sommer (Juni–August)

Dies ist die Hochsaison mit heißen, sonnigen Tagen und den zuverlässigsten Winden zum Segeln, wenngleich an der Westküste nachmittags stärkere Winde auftreten können. Zu dieser Zeit herrscht auch der größte Andrang auf der Insel sowie in den Yachthäfen und beliebten Ankerplätzen.


Herbst (September–Oktober)

Bietet warme Wassertemperaturen, weniger Andrang und meist beständiges Wetter – ideal für erfahrene Segler, die ein ruhigeres Törnerlebnis suchen.

Insgesamt herrschen im nördlichen Ionischen Meer die besten Segelbedingungen meist in den Monaten Juni, Juli, September sowie Anfang Oktober; zu dieser Zeit sind die Winde beständig, aber nicht extrem, und die Tagestemperaturen sind sowohl an Land als auch auf dem Wasser angenehm. Informieren Sie sich über die aktuellen Wetterbedingungen bei Meteo Greece.


Praktische Informationen

Tankstellen: Tankmöglichkeiten für Boote gibt es in den großen Marinas rund um Korfu-Stadt sowie in einigen größeren Häfen entlang der Küste. Es ist jedoch ratsam, bei passender Gelegenheit zu tanken, anstatt zu warten, bis der Tank fast leer ist, da nicht an jedem Ankerplatz Kraftstoff erhältlich ist.

Lebensmittelgeschäfte: In Korfu-Stadt gibt es Supermärkte und kleinere Lebensmittelgeschäfte, die vom Alten Hafen aus bequem zu Fuß erreichbar sind, sodass man sich vor dem Aufbruch problemlos eindecken kann. Kleinere Dörfer entlang der Küste verfügen in der Regel zumindest über einen kleinen Laden für das Nötigste.

Marinas: Korfu bietet verschiedene Marina-Optionen, darunter Anlagen im Bereich des Alten Hafens sowie die nahegelegene Gouvia Marina – eine der größeren Marinas der Region, die über umfangreiche Liegeplätze und Serviceangebote für Charteryachten verfügt.

Provianteinkauf: Für einen umfassenden Einkauf sind die Märkte und Supermärkte in Korfu-Stadt die beste Wahl; sie bieten frische Erzeugnisse, lokales Olivenöl, Wein und Backwaren an. Unterwegs bieten auch kleinere Hafenorte wie Gaios auf Paxos oder Sivota Lebensmittelgeschäfte, um den Vorrat aufzustocken. Vor dem Auslaufen können Segler aktuelle Windvorhersagen über Windy abrufen.

Häufig gestellte Fragen

Eignet sich Korfu zum Segeln? Ja. Korfu vereint geschützte Ankerplätze, eine gut ausgebaute Charter-Infrastruktur und kurze Distanzen zu den benachbarten Inseln sowie zum Festland. Damit ist die Insel einer der beliebtesten und am besten erreichbaren Ausgangspunkte für einen Segelurlaub in Griechenland.

Wann ist die beste Zeit für einen Segeltörn ab Korfu? Die Monate Juni, Juli, September sowie der frühe Oktober bieten im Allgemeinen die beste Kombination aus beständigem Wetter, angenehmen Temperaturen und zuverlässigen Segelbedingungen.

Wie weit ist Paxos von Korfu entfernt? Paxos liegt etwa 2,5 Bootsstunden von Korfu entfernt und eignet sich daher hervorragend für einen Tagesausflug unter Segeln oder als erste Station einer längeren Insel-Hopping-Tour.

Wo starten Kreuzfahrten und Charterboote? Der Alte Hafen von Korfu, direkt bei Korfu-Stadt, ist der wichtigste Abfahrtspunkt für Charteryachten, Fähren und Kreuzfahrtschiffe.

Eignet sich Korfu für Anfänger? Ja. Insbesondere die Ostküste bietet geschützte, ruhige Gewässer und kurze Etappen zwischen den Ankerplätzen – ein ideales, verzeihendes Revier für weniger erfahrene Segler. Erfahrenere Crews können sich bei stabilem Wetter auch an exponiertere Orte wie Paleokastritsa wagen.

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